NEU: Klima-WANDEL: Hier erhältlich. Eine Einladung an Eltern zum Mitmachen.

ISBN 9783739206455,  € 7,45 (pro verkauftem Exemplar gehen € 1,- als Spende an "plant for the planet".), März 2016

Zu beziehen in jeder Buchhandlung... auch als e-book.

Die Folgen des Klimawandels sind nicht mehr zu übersehen - die Leidtragenden sind spätestens unsere Kinder. 
Übernehmen wir Verantwortung!
Lassen wir nicht nur das Klima sich wandeln, wandeln wir uns selber!
Ein Appell an Eltern und alle, denen Kinder ein Anliegen sind.

1 € pro verkauftes Buch gehen als Spende an plant-for-the-planet, eine von Kindern ins Leben gerufene und geleitete Organisation zur Klimarettung.
Dieses Buch, das als Book on Demand gedruckt wird, produziert keine Makulatur. 

 ***

Inhalt
Vorwort: „Nur Mut, Mutter Erde!“ ......................... 9
Friedens-Kanon ............................................................. 13
Fragen vor den Antworten ................................... 14
Es sind doch Ihre Kinder!............................................... 15
Warum? ......................................................................... 15
Ja… aber! ....................................................................... 18
Unbequem und beängstigend ....................................... 20
Im Kreis – Gleichwertigkeit .................................. 21
Wir Eltern sind diejenigen, die das Leben auf der Erde weiterführen… .............................................................. 21
Wir Eltern sind für unsere Kinder verantwortlich ......... 22
Eltern und Kind – gleichwertig ...................................... 23
Der Kreis schließt sich ................................................... 26
Was Eltern und Kinder gemeinsam haben – wenn es ihnen nicht gut geht, rufen sie um Hilfe ......................... 28
Entmutigte Kinder ......................................................... 28
Entmutigte Eltern .......................................................... 31
Entmutigte Erde ............................................................ 32
Verstehen wir? .................................................... 32
Schwester Mutter Erde - entmutigt .............................. 33
Im wunden Punkt getroffen .......................................... 34
Verstehen öffnet Türen ................................................. 40
Spaßbremse??! .................................................... 43
Gemeinsame Antworten – gemeinsamer Wandel . 45
Entmutigung stoppen .......................................... 48
Wie wäre es damit? ...................................................... 48
Ermutigung beginnen ........................................... 53
Hoffnung und Vertrauen ............................................... 53
Liebe .............................................................................. 54
Wunsch und Gebet ....................................................... 55
Segen ............................................................................. 55
Worte und Taten der Ermutigung für Schwester Mutter Erde ................................................................................58
Die Tafel der guten Ideen ...............................................59
„Regen-, Regentröpfchen, fall mir auf mein Köpfchen“ 60
Gute Eltern sein..............................................................62
Indianischer Sonnengesang ...........................................65
Nachwort: Antwort geben - Verantwortung übernehmen ............................................................................ 66
Literaturverzeichnis ............................................. 67
Bücher von Veronika Seiler................................... 68

 

Ausschnitte:

 Vorwort: „Nur Mut, Mutter Erde!“
Vor einiger Zeit hielt ich einen Elternabend in unserem kleinen Kinderhaus, in dem ich mit glühenden Worten die Eltern von der Notwendigkeit zu überzeugen versuchte, sich für die Um-welt und deren Erhaltung zu engagieren: Weniger Auto fahren, nur ein Papier-Handtuch verwenden, weniger Strom verbrau-chen … Neben den vielen interessierten ZuhörerInnen sah ich etliche verwundert Blicke: „Was hat das alles in einem pädago-gischen Elternabend zu suchen?“
Wir leben in einer zerbrechlichen Welt, deren Schönheit uns staunen macht. Wir leben in einer Welt, die für uns „Hort“ gleichermaßen ist, wie „Nahrung“: In der Welt sind wir gebor-gen und aufgehoben – dazu spendet sie uns alles, was wir zum Leben brauchen. Nur, dass wir momentan den zweiten Aspekt viel zu extrem leben. Die Erde kommt gar nicht dazu zu „spen-den“, weil wir uns ungefragt „bedienen“, einfach nehmen. Wir nutzen die Erde aus.
Die Ereignisse überstürzen sich. Während ich an diesem kleinen Büchlein schreibe und es in die verschiedenen Hände zur Korrektur geht, ist in Stuttgart zum ersten Mal Fein-staubalarm ausgerufen worden – in einer deutschen Stadt. Der Satz „Peking war ja noch weit weg… Wann trifft es München, Köln, Berlin, Frankfurt…??!“ ist also bereits überholt. In den Nachrichten wurde gemeldet, dass auf ein freiwilliges Fahrverbot niemand reagiert hätte…
Mich bewegt dies. Mich macht es zornig, traurig und auch ein bisschen ängstlich. Nicht wegen mir: Ich habe bisher ein wunderbares Leben gelebt, wofür ich unendlich dankbar bin. Aber meine Kinder sind noch jung. Und auch die vielen Kinder,

die ich als Pädagogin begleitet habe: Sie alle wollen und haben ein Recht auf ein „schönes“ Leben. Jedenfalls auf eines, deren „unschöne“ Dinge nicht auf mein und unser jetziges unbe-dachtes, verwöhntes und luxuriöses Leben zurückgehen!
Der Klimawandel ist hier erhältlich! Allerdings nicht umsonst. Den Klimawandel gibt es auf Kosten der Zukunft unserer Kin-der. Und: Der Klimawandel betriff unsere Kinder schon ganz aktuell. Wegen hoher Ozonwerte dürfen sie sich im Sommer körperlich nicht anstrengen, nicht in den Mittagsstunden im Freien spielen, weil die UV-Strahlung viel zu stark ist. Wie sieht es in den Städten mit hoher Feinstaubbelastung aus? Dürfen die Kinder draußen spielen, wenn sie wollen? Als meine Kinder im Buggy-Alter waren, beschäftigte es mich sehr, dass, wenn man als Familie an der roten Ampel wartet, die Kleinkinder wesentlich stärker der Kohlendioxid-Belastung der vorbei-rauschenden Autos ausgesetzt sind, als die Eltern „ein Stockwerk höher“.
Ich persönlich lebe schon seit vielen Jahren „umweltbewusst“. Doch auch ich habe noch ein gutes Stück Weg vor mir, meinen aktiven Einsatz für die Umwelt zu verstärken.
Meine Eltern haben den 2. Weltkrieg als Kinder erlebt: Spar-samkeit und den bewussten Umgang mit Lebensmitteln und Ressourcen haben sie uns Kindern ganz selbstverständlich vermittelt. Ebenso eine natürliche Verbundenheit mit der Natur: Lange Wanderungen bei Wind und Wetter im Wald waren selbstverständlich und wunderschön.
Ich habe versucht, diese „liebevolle“, zumindest bewusste Haltung meinen eigenen vier Kindern nahezubringen. Selbstverständlich haben wir als Großfamilie nur ein Auto. Selbstverständlich bin ich mit den damals drei (sehr) jungen Kindern mit dem Fahrrad im Ort die nötigen Wege gefahren: Die damals zwei Jüngsten im Fahrradanhänger, der ältere selber fahrend am Gehsteig. Natürlich war es anstrengend, die kleinen Berge rauf und runter… Aber ich war anschließend

immer mit einem Hochgefühl erfüllt: „Ich habe es geschafft!“ Auch mit vier Kindern, dann einige auf dem eigenen Fahrrad, ging es so weiter. Selbstverständlich verzichten wir auf Flug-reisen so weit als möglich. Immer bewusster kaufen wir vor allem auch im Winter Gemüse aus der nahen Region, Kleidungsstücke second-hand oder ökologisch und sozial verträglich…
Unsere Kinder werden älter… und haben ein Anrecht darauf, ihr Leben zu leben, Luxus zu erleben, das Leben zu feiern.
Das Leben feiern… ja, eine kurze Zeit lang möglicherweise auf Kosten der Umwelt. Aber unvermittelt kippt das Bewusstsein: „Da habe ich doch einen Wert vermittelt bekommen: Die Liebe zu Mutter Natur, den sorgsamen Umgang mit der Umwelt.“ Und sie ändern ihr Verhalten. Sie wandeln sich. Sie beginnen, ihr Handeln aktiv und bewusst so zu gestalten, dass die Erde keinen Schaden mehr nimmt. Sie „kleben Pflaster“ auf die geschundene Erde.
Bei meinen eigenen Kindern und etlichen anderen Menschen sehe ich diesen Vorgang.
Bei vielen anderen Menschen (noch) nicht. Fehlt ihnen das Vorbild? Kann es sein, dass die Generationen von Enkelkindern, deren Großeltern die Notzeiten im Krieg erlebt haben, be-wusster mit der Umwelt umgehen? Gibt es eine Eltern-Generation, denen diese Bewusstheit fehlt, weil ihre eigenen Eltern im Luxus der 50er und 60er Jahre aufgewachsen sind? Weil sie „Verschwendung“ ganz unbewusst vorgelebt be-kommen haben? Kann es sein, dass sie es sich im „Lehnstuhl der Bequemlichkeit“ zu bequem gemacht haben? Es kann doch aber wohl nicht sein, dass sie bewusst so handeln, wie sie handeln, nämlich unüberlegt? Ohne Weitblick?
Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem es mir nicht mehr reicht, nur „exotisches Vorbild“ zu sein, halb bewundern-de, halb bedauernde Blicke zugeworfen zu bekommen, wenn

ich bei strömendem Regen mit dem Fahrrad in die Arbeit radle…
So kommen wir hiermit auf die Pädagogik zurück: „Macht mit!“ rufe ich allen zu. „Vor allem Ihr, liebe Eltern! Ihr habt ein wichtiges Gut zu umsorgen, Eure Kinder!“ Ich lade alle ein: „Lasst uns den Klima-Wandel etwas angehen. Lasst ihn Ansporn sein für uns, uns selber zu wandeln!“
Das könnte möglicherweise unbequem werden für mich… Es ist nicht schön, kritisiert zu werden. (Wer dies vermeiden will, kann gleich mit dem Kapitel „Im Kreis – Gleichwertigkeit“ anfangen und die ersten Kapitel aussparen.) Verzichten zu müssen ist lästig. Verzicht vorgeschrieben zu bekommen, noch lästiger.
So stellen wir uns doch neben dem Verzicht das Gegenstück vor: Den Gewinn. Was gewinnen wir Eltern, wenn wir gemein-sam aktiv werden?
Eine gesunde Umwelt1 für unsere Kinder und Enkelkinder.
Das allein genügt.
Und dann lasst uns das Leben feiern!
Am Lagerfeuer draußen, mit der Gitarre, die Sterne über uns, Grillen zirpen im hohen Gras …
Wo feiern Sie mit Ihren Kindern?


1 „Mitwelt“ ist das schönere, leider noch unbekanntere Wort dafür

Friedens-Kanon
Nach dieser Erde wäre da keine,
die eines Menschen Wohnung wär’.
Darum, Menschen, achtet und trachtet,
dass sie es bleibt.
Wem denn wäre sie ein Denkmal,
wenn sie still die Sonn’ umtreibt?
(Gerd Kern)2

2Liederliste – genaue Angaben im Literaturverzeichnis am Ende


Fragen vor den Antworten
Das kleine Kinderhaus, das ich leite, wurde vor ein paar Jahren dankenswerterweise von der Gemeinde in einem schönen Neubau in Passiv-Energiebauweise untergebracht. Das Haus hat nur einen Nachteil: Die beiden schweren Außentüren, die ins Freie führen, schließen nicht so, wie das für ein Passiv-Energiehaus und ein Kinderhaus notwendig ist. Entweder ist der Tür-Zuzieher so schwer eingestellt, dass Gefahr besteht, dass die Türe den Kindern auf den Kopf schlägt oder ihnen die Finger quetscht. Oder die Türe bleibt offen stehen. Mit viel Mühe haben sich die entsprechenden Fachleute damit auseinander gesetzt – das Problem war nicht zu lösen: Je nach Wetterlage oder laufender Lüftung oder einem gekippten Fenster irgendwo im Haus entstehen andere Druck-verhältnisse. Ergebnis: Die Türe stand wochenlang offen…
Unsere jüngsten Kinder sind ein Jahr alt. Sie sollten nicht hinauswandern… Fremde Menschen sollten nicht unbemerkt hineinwandern. Die im Haus gespeichert Wärme sollte ebenfalls nicht hinaus-gelangen. Alles Bitten und Erinnern an die Menschen, die tagtäglich ins Haus ein- und ausgehen, nützte nichts. Die Türe stand täglich so lange offen, bis es eine Mitarbeiterin merkte und sie per Hand schloss.
Ich verstand es nicht. Ich verstand nicht, wie Eltern, die gerade noch liebevoll mit ihrem Kind plaudern, sich in der Garderobe oder dem Spielzimmer herzlich von ihm verabschieden, eine Sekunde später gedanklich schon so abwesend sein können, dass sie vergessen, zum Wohle ihres Kindes zu handeln!

Es sind doch Ihre Kinder!
So klebte ich ein einfaches Papierschild an die Türe:
ES SIND DOCH IHRE KINDER! BITTE TÜRE SCHLIESSEN!
Dies wirkte. Nach und nach erinnerten sich die Eltern, machten sich gegenseitig darauf aufmerksam. Ergebnis: Die Türe ist nun (fast) immer geschlossen. Das unansehnlich gewordene Pa-pierschild konnte ich schon längst entfernen.
Warum?
Warum lassen wir eine Türe offen stehen, obwohl wir wissen, dass meinem Kind dadurch Gefahr drohen könnte?
Warum machen wir so vieles, obwohl uns die Mahner der Welt immer wieder erinnern, dass es in Sachen Umweltschutz „fünf vor 12 Uhr“ ist? Und das schon seit weit über 25 Jahren!
Warum arbeiten Eltern bis zum letzten Moment in ihrem Büro zu Hause (Homeoffice), um dann gerade noch rechtzeitig ihr Kind mit dem Auto von der Kita abholen zu müssen, obwohl sie die kurze Strecke genauso gut mit dem Fahrrad fahren könnten? „Zeit ist Geld! Das musste noch dringend erledigt werden! Ich hab die Zeit vergessen“... stehen im Vordergrund.
Was ist mit den Kindern dieser fleißigen Eltern? Vielleicht wachsen sie in eine Zeit hinein, in der Autofahren nicht mehr möglich ist, weil die Ressourcen endgültig aufgebraucht sind und niemand schnell genug die schon vorhandenen Alternativen für ressourcen-schonende Autos in die Tat umsetzte. Oder in der man nicht einmal mehr Fahrradfahren kann, weil die Luft auch auf dem Lande voller Smog ist. Aber es sind doch Ihre Kinder!

(... ... ...)

 Entmutigte Erde
Tiere sind sehr empfindsam – auch sie spüren unsere Emotion.
Pflanzen/Bäume sind sehr empfindsam sind – sie spüren ebenfalls unsere Emotion.
Wasser ist sehr empfindsam – es spürt gleichfalls unsere Emotion.15
Warum sollte es bei Steinen, Bergen, Luft, Sandkörnchen, Wolken und Regen, Feuer, … anders sein?
Verstehen wir?
Das müssen wir uns fragen – jeden Tag aufs Neue: Verstehen wir diese Zusammenhänge?
Verstehen wir, warum so viele Stürme losbrechen?
Warum Wüsten wachsen?
Warum Bergeshänge ins Stürzen geraten?
Warum Eisberge schmelzen?
Warum es sommers wie winters immer wärmer wird?
Warum es so viele Überschwemmungen gibt?
Warum es durch die Kontinentaldrift so viele Erdbeben gibt?


15 Vgl. Emoto 2002
16 Vgl. King 2001


Schwester Mutter Erde - entmutigt
Gehen wir davon aus, dass Schwester Mutter Erde eine Person ist. Indigenen (ursprünglichen) Völkern ist dies selbstverständ-lich. „Seit der frühen Steinzeit führen indigene Völker kontinuierlich Rituale durch, die eine heilige Beziehung zur lebendigen Welt zum Ausdruck bringen.“
Vielleicht ist das der schwierigste Punkt für Menschen, die das Leben und alle Vorgänge auf der Erde und im gesamten Uni-versum als logische Abfolge von Ereignissen ansehen. Die Erde als ein Wesen, als eine Persönlichkeit wahrzunehmen irritiert sie. Um zu erspüren, wie sich Schwester Mutter Erde anfühlt, kann ich diesen Menschen empfehlen, sich ganz in die Position ihres Kindes zu begeben: Darf ich Sie einladen, in den Schuhen Ihres Kindes zu laufen, mit den Augen ihres Kindes zu sehen und mit den Ohren ihres Kindes zu hören? Mit diesen Worten beschreibt Alfred Adler das „Gemeinschaftsgefühl“. Nur, indem wir die Gemeinschaft mit Mutter Erde tatsächlich wahrneh-men, durchdringt uns die Notwendigkeit, uns für die Erde zu engagieren.
Für junge Kinder ist es ganz selbstverständlich, zum Beispiel „auf der Treppe Krokodile“ zu sehen, sodass man die Treppe nur mehr hüpfend und „schnell schwimmend“ überwinden kann, ohne Gefahr zu laufen, von ihnen gefressen zu werden. Vielleicht erhaschen auch Sie einen Hauch Erinnerung an Ihre eigenen Spiel-Ideen und Spiel–Phantasien – und Sie spüren dieses Gefühl des vollkommenen Eindringens in die Spielszene… Am besten gelingt es, wenn wir uns in Gedanken tatsächlich genau in die Körperposition des Kindes begeben: Plötzlich erleben wir ganz, intensiv das, was eigentlich „nur“ Spiel ist.


17 J. Stanley & D. Loy in Llewellyn Vaughan-Lee 2015, S. 43
18 „Der Mensch empfindet sich als Teil eines größeren Ganzen und übernimmt im Gemeinschaftsgefühl auch die Verantwortung für die Welt, deren Teil er ist. Alfred Adler nimmt an, dass sich dieses Gefühl auch auf Tiere, Pflanzen und den Kosmos überhaupt beziehen kann.“ Mohr 2011, S. 59


Unserer Freundin „Schwester Mutter Erde“ zu liebe müssen wir über unseren Schatten der „linken Gehirnhälfte“ springen, Logik und Verstand zunächst außen vorlassen und uns zu-trauen, die Erde als Wesen wahrzunehmen, wie im Spiel... Dann spüren wir, wie es ihr geht. Dann lassen wir Schwester Mutter Erde uns etwas angehen.
Gehen wir davon aus, dass Schwester Mutter Erde entmutigt ist.
Warum ist sie das?
Weil sie zu wenig beachtet wurde. Weil sie zu wenig Zuneigung erfuhr. Weil sie - im Sinne der Individualpsychologie – nicht mit Wertschätzung und „Annahme, ohne Leistung erbringen zu müssen“ behandelt wurde.
Weil über sie hinweg entschieden und gehandelt wurde.
Weil sie nicht im Sinne der Gleichwertigkeit behandelt wurde.
Mutter Erde ist tief entmutigt. Mutter Erde ist in Not.

(... ... ...)

 Gemeinsame Antworten – gemeinsamer Wandel
Ich weiß nicht, für was sich einmal unser aller Kinder ent-scheiden – für eigene Kinder oder gegen eigene Kinder.
Vielleicht entscheiden sie sich bewusst für das Aussterben der menschlichen Rasse – so, wie die australischen Ureinwohner des kleinen Aborigines-Stammes24, die dies schon vor über 25 Jahren begonnen haben, in die Tat umzusetzen. 25
Sicher ist jedoch, dass die Herausforderung des sogenannten Klimawandels uns alle angeht. Nur, wenn wir Menschen uns als Gemeinschaft verstehen, nur, wenn wir tief empfunden haben, dass wir Mutter Erde sind26, gelingt es uns, unsere Lebens-grundlage, unsere Schwester Mutter Erde, zu retten.
Eine Gemeinschaft besteht aus den Vielen. Das ist die Heraus-forderung, die sich nun stellt: Denn eine Gemeinschaft kann blockieren – die Masse ist träge. Fängt nicht einer an, bleiben alle stehen.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an das schreckliche Geschehnis vor über 25 Jahren, als im Olympia – See in München Kinder vor den Augen vieler ertranken, weil niemand der Zuschauer sich aufraffen konnte, aktiv zu helfen.
Stellen Sie sich einmal vor, es wären Ihre eigenen Kinder, die da gerade ertrinken! Stellen Sie sich vor, Sie kommen zufällig vorbei… würden Sie nicht sofort alles nur erdenklich Mögliche tun, um Ihr Kind zu retten?!!


24 den Marlo Morgan kennenlernen durfte
25 Morgan 1995, S. 199
26 Dies ist, wie bereits gesagt, ein Punkt, den man nicht logisch erklären kann: Tauchen Sie ein, trauen Sie sich zu, genieren Sie sich nicht, dies zu spüren.


Auch wir stehen gerade vor dem Ertrinken - aber wir haben gelernt!
Wir haben gelernt, dass es sich um unsere Kinder handelt, die am Ertrinken sind!
Und: Wir wissen von Spiegelzellen, die für diese gefährliche „Ansteckung zum Nichts-Tun“ verantwortlich sind! Wir wissen auch von der sogenannten „kritischen Masse“ von 3 bis 5 % einer Gruppierung einer Gesellschaft, die sich ändern muss, um die gesamte Gesellschaft herum zu reißen. (Auch, wenn es sich nicht um unsere Kinder handeln würde, wegen denen alleine wir nun schon bereit sind, uns zu ändern!)
Wissen Sie, wie viele Eltern es in Deutschland gibt? Ich weiß es nicht, aber es sind bestimmt mehr als 3 bis 5 % der gesamten Deutschen …
Es könnten also mehr Menschen sein, denen eine lebenswerte Zukunft für die kommenden Generationen wichtig ist.
Stellen Sie sich eine deutsche Bevölkerung vor, die jedes Handeln unter dem Gesichtspunkt der „Zukunft meiner Kinder und Kindeskinder“ beurteilt. Ganz abgesehen von den vielen Milliarden Eltern auf der ganzen Welt…
Meine Klavierlehrerin in Kindertagen hat mich etwas gelehrt, das ich an dieser Stelle sehr passend finde:
Ich sollte so Klavier-Spielen, dass ich den Takt, den ich gerade spiele, konzentriert spiele, gleichzeitig den nächsten Takt vorab taxieren und mir überlegen, wie ich ihn spielen will, und gleichzeitig den vorhergehenden Takt bewusst nachhören, ob er sich so anhört, wie ich ihn haben will.
So stelle ich mir „bewusstes Leben im Jetzt“ vor: Jedes Handeln bewusst tun, indem ich die Zukunft im Blick habe und seine


27 Welzer 2013, S. 285

Auswirkungen auf die Zukunft bedenke, und indem ich rück-wirkend betrachte, ob mein Handeln das von mir gewünschte Ergebnis zeitigt.
Als Mutter von vier Kindern und seit fast 20 Jahren als Leiterin einer Kita habe ich ein persönliches Interesse, den mir anver-trauten Kindern eine lebenswerte, schöne, heitere und gesunde Umwelt zu überlassen!
Alleine schaffe ich es nicht. Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass ich alleine bin… Vielleicht deshalb, weil die Vielen, die schon seit langem Verantwortung übernommen haben und denen ich sehr dankbar bin, doch noch viel zu wenige sind.
Alleine schaffen wir es nicht!
Nur gemeinsam.
Mit Ihnen!
Unseren Kindern zuliebe.
Übernehmen wir Ver-Anwort-ung!
Lassen wir nicht nur das Klima sich wandeln, WANDELN wir uns selber!

(... ... ...)

 Entmutigung stoppen
Der erste Schritt, einem Menschen, der sich in seiner Not, in seiner gefühlten Entmutigung in Verhaltensweisen der „Nah-ziele“ verlaufen hat, zu helfen ist, die Entmutigung zu beenden.
Beenden wir also die Entmutigung für unsere Schwester Mut-ter Erde! Hören wir auf, ihr weh zu tun, sie zu verletzen, sie zu kränken!
Wie wäre es damit?
Jeder von uns führt sein eigenes Leben, jeder weiß, warum er so und nicht anders handelt.
Jeder von uns weiß, welche Kompromisse er schließen kann und will.
Jeder von uns ist jedoch der kommenden Generation eine Antwort schuldig.
Wie wäre es damit:
 Urlaub mit dem Zug.
 Urlaub in nahe Gegenden.

(... ... ...)

Veronika Seiler    Utting am Ammersee, veronika-seiler@web.de 08806/95233