Pädagogische Ratgeber für Eltern und alle, die mit Kindern leben und/oder arbeiten:

- Die Trotzphase gibt es nicht!

- WUNDER-Punkt

- Wir bekommen ein Baby! Und wo bleibe ich?

Im Folgenden finden Sie die Inhaltsverzeichnisse, kurze Ausschnitte und ein paar Kritiken:

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Die Trotzphase gibt es nicht! Ein Elternratgeber zum Trotz 

ISBN 9783739233673, 108 Seiten, € 9,95, März 2016

Zu beziehen in jeder Buchhandlung... auch als e-book.

Machen wir es uns als Eltern unnötig schwer, indem wir davon ausgehen, dass die „Trotzphase“ ein nötiger Entwicklungsschritt ist? Wäre nicht alles etwas einfacher, wenn wir von einem anderen Modell ausgehen würden? Die Individualpsychologie kennt keine Trotzphase als eigenständige Entwicklungsphase.

Dieses Büchlein möchte „grad zum Trotz“ dazu Anregungen geben, diese gemeinhin als anstrengend bewertete Zeit anders wahrzunehmen. Es möchte dazu anregen, den Blickwinkel zu ändern. Es möchte ein anderes Modell vorstellen, das es Eltern erleichtern kann, inneren Raum zu schaffen. Dann können sie die anstrengenden Situationen verstehen und einfühlsam und kindgemäß darauf eingehen – ohne sich selbst zu verbiegen.

Aus Kritiken:

- "Es ist ein wunderbares Buch, das schnell gelesen ist und einen ganz neuen Blickwinkel auf das Thema "Trotz" gibt. Ich versuche viele von den Tipps umzusetzen und muss sagen, dass ich bisher tatsächlich wenig Probleme mit Trotz habe. Mir gefällt die Philosophie (Ermutigungspädagogik) dahinter sehr und ich finde das Buch gleichzeitig äußerst praxisnah. Da das Buch nicht allzu dick ist, habe ich es bereits einigen in meiner Familie ausgeliehen und somit verstehen sie auch besser, was mir wichtig ist. Ich kann das Buch nur empfehlen. Für mich eines der besten Bücher zu diesem Thema!"

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Inhaltsverzeichnis   

 Vorwort. . 7

Einführung. . 10

Ermutigendes Begleiten – ein erster Überblick.......... .......... 13

So entwickeln sich Kinder ohne Trotzphase. . 15

Trotz als Hilferuf………………………………………………………….  36

Ermutigung hilft trotzig erscheinenden Kindern,                      ihre Sicherheit wieder zu finden. 52

Mut machen............................................................    68

Beispiele aus dem Alltag eines Trotzkopfes. . 84

Neue Energie und Freude. . 99

Fachbegriffe aus der Individualpsychologie............... ............... 101

Literaturverzeichnis. . 106

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Aus dem Inhalt: 

Vorwort

 „Aber ich will die Mütze nicht anziehen!!“ Lautstark und in immer höherer Frequenz plärrt Melina (3)  ihre Mama an. Schon beginnen die Ärmchen zu fuchteln und auf Mama einzuschlagen. Tränen in den Augen, die Haare verwurschtelt. Mama versucht von abwechselnd begütigend bis hin zu sehr streng ihrer kleinen „trotzigen“ Tochter die Mütze aufzusetzen, sie zu beruhigen, sie einfach aus dem Kindergartenhaus hinauszubewegen…

 „So komm doch endlich, Phillip…“Erschöpft verhallt die gefühlte 120. Aufforderung des müden Papas beim Abholen seines kleinen Sprösslings aus der Krippe. Phillip (2,5) kommt nicht. Und Papa hat keine Kraft mehr, nach einem anstrengenden Arbeitstag jetzt noch entschieden und sachlich klar zu sagen, wo es lang geht. Will er doch den schon bekannten Trotzanfall seines Sohnes diesmal vermeiden. Die Abholzeit zieht sich in die Länge…

 Zwei ganz einfache Beispiele aus dem Kinderhausalltag, viele Male habe ich sie so oder ähnlich gehört, viele Male mitgefühlt, viele Male sowohl mit Mutter/Vater als auch mit Kind mit-gelitten. Trotzige Kinder sind eine Herausforderung für Eltern und PädagogInnen. 

 Es gibt bereits viel Literatur darüber – warum also noch ein Buch über das Thema „Trotzphase“?

 Weil es ein Thema ist, das Generationen von Eltern beschäftigt. Weil es ein spannendes Thema und eine „spannende“ Zeit im Elterndasein ist.

 Mit diesem Buch möchte ich dazu beitragen, dass diese „Spannung“ nicht als bloße Belastung erlebt werden muss, sondern auch als Bereicherung in der Eltern-Kind- Beziehung.

 In meiner Praxis als Kinderhausleiterin begegne ich immer wieder Eltern, die ganz selbstverständlich annehmen, dass ihr Kind sich in der sogenannten „Trotzphase“ befindet, die man ertragen muss, durch die man hindurch muss, gegen die man sich mit voller Kraft stemmen muss.

 Als individualpsychologisch ausgebildete Pädagogin werde ich in solchen Fälle hellhörig: Denn die Individualpsychologie[1] kennt keine Trotzphase als eigenständige Entwicklungsphase. In diesem Sinne betont der Titel dieses Buches eine Selbstverständlichkeit.

 Machen wir es uns als Eltern unnötig schwer, wenn wir meinen, die „Trotzphase“ sei ein nötiger Entwicklungsschritt?

 Dieses kurze Büchlein möchte „grad zum Trotz“ dazu Anregungen geben, diese gemeinhin als anstrengend bewertete Zeit anders wahrzunehmen. Es möchte dazu anregen, den Blickwinkel zu ändern. Es möchte ein anderes Modell vorstellen, dass es Eltern erleichtern kann, die anstrengenden Situationen zu verstehen und einfühlsam und kindgemäß darauf einzugehen

 Dieses Modell kommt ohne „Druck von oben“ aus, ohne „starre Grenzen“, aber auch ohne Autoritätsverlust.

 Sie finden darin viele kurze Tipps, die Sie in der „heißen Phase“ des trotzigen Verhaltens schnell mal zwischendrin durchblättern können, um sich wieder zu erinnern.

 Sie finden darin auch etliche Übungen zum Nachdenken. Diese dienen dazu, sich Ihr eigenes Verhalten, Ihre unbewussten Gewohnheiten und Ihre innersten Gedanken, aber auch Ihre Stärken und Schwächen bewusst zu machen: Bewusstheit verhindert ungewolltes Handeln. Bewusstheit schlafft Lockerheit im Umgang mit (anstrengenden) Kindern.

 Wenn Sie sich ausführlicher damit befassen möchten, wie Ihr eigener Anteil das Zusammensein mit Ihrem Kind beeinflusst, empfehle ich Ihnen die Lektüre meines Buches „WUNDER-Punkt. Die Wut auf das Kind als Sprungbrett zu Harmonie und Frieden in der Familie“.

 Im Anhang dieses Buches finden Sie das Literaturverzeichnis und eine kurze Zusammenfassung einiger Fachbegriffe der Individualpsychologie. Auf dieser fußt mein Erklärungsansatz: Die Trotzphase gibt es nicht.

 Viel Freude mit Ihrem Kind!


Einführung

  Modelle beeinflussen den Menschen in die Richtung, die das Modell vorstellt. Modelle sind aber nicht die Wahrheit.

 Die Wahrheit ist das Leben: Das Zusammensein als Eltern mit einem Kind. Das Entscheiden-müssen jeden Augenblick aufs Neue, was das Kind im Alter von 1,5 bis ca. 4 Jahre jetzt gerade will oder braucht; wie ich als Mutter oder Vater etwas sagen muss, damit das Kind horcht und gehorcht. Die Wahrheit ist das Kind, das diese Schuhe anziehen will – und nicht jene, die für das momentane Wetter passen. Die Wahrheit ist der daran anschließende Kampf, wer von den beiden (Eltern oder Kind) heute Recht bekommt. Die Wahrheit sind die gestressten Eltern, die angespannten Nerven, die Tränen der Wut auf beiden Seiten, der Tobsuchtsanfall des Kindes, die erhobene Stimme (und Hand?!) der Eltern… Das ist die Wahrheit.

 Ein Modell, diesen Zustand zu benennen, heißt „Trotzphase“.

 Wir meinen dann: „Aha, mein Kind befindet sich in der Trotzphase. Die ist anstrengend. Das Kind testet mich aus, das Kind testet seinen Willen. Ich muss meinen Elternwillen dagegen setzen. Das ist nun mal anstrengend. Das kostet Nerven. Und Tränen. Kann man nichts machen. Da müssen wir eben durch. Wenn sie vorbei ist, diese Phase, wird es schon wieder besser werden.“

 Na hoffentlich!

 Eltern, die erwarten, dass ihr junges Kind in die Trotzphase kommen, freuen sich unbewusst, wenn ihr Kind in die Trotzphase kommt, auch wenn dies (wie sie ja aus der Literatur wissen) eine anstrengende Zeit wird. Lieber eine anstrengende Zeit mit einem trotzigen Kind erleben in dem Wissen, dass das Kind vermeintlich „normal“ entwickelt ist, als ein anscheinend „nicht-normal“ entwickeltes Kind haben.

 Hätten wir in der „Ausbildung zum Elternsein“ ein anderes Modell vermittelt bekommen, in der die sogenannte „Trotzphase“ nicht als Erklärung dient, würde der innere Dialog vielleicht so lauten:

 „Aha, mein Kind ist gerade anstrengend. Es möchte etwas, was gerade nicht geht, weil es unpassend ist, oder weil die menschliche/elterliche Regel anders lautet. Das Kind will sich aber durchsetzen, weil es merkt, dass es einen eigenen Willen hat.“

 Eltern, die nicht von der Trotzphase ausgehen, sondern die erwarten, dass ihr Kind gerne, selbstverständlich und von sich aus mitmacht, sich den Regeln anpasst, wundern sich und werden zunächst hellhörig, wenn ihr Kind einen Trotzanfall hat.

 Modelle beeinflussen den Menschen in die Richtung, die das Modell vorstellt.

 Ich gehe in diesem Buch davon aus, dass es die sogenannte „Trotzphase“ nicht gibt. Dies ist ebenso ein Modell, das Modell der Individualpsychologie.

 Welches Modell wir für unseren begleitenden Umgang mit den uns anvertrauten (eigenen oder anderen) Kindern als Erklärung nehmen, ist unsere persönliche Entscheidung. Je bewusster wir dies tun, desto mehr Handlungsspielraum haben wir als Eltern und als PädagogInnen! Weil wir dann nicht von einem Modell unbewusst beeinflusst werden. Ganz konkret können wir dann sagen: Das gefällt mir an diesem Modell, jenes nicht. Das ist für mich hilfreich. Damit kann ich etwas anfangen. 

Tipp: Liebevoll führen statt unnötig aufführen!

Führen wir unser Kind achtsam und gleichwertig, geben wir ihm Sicherheit– dann muss unser Kind sich nicht aufführen … und wir uns auch nicht.

 

 Ich lade Sie herzlich ein, probehalber beim Lesen davon auszugehen, dass es die sogenannte „Trotzphase“ nicht gibt. Tun Sie einfach so, als ob Sie noch nie etwas davon gehört hätten. Am Ende des Buches entscheiden Sie, welche Ideen Sie für sich und Ihre Familie als passend und geeignet übernehmen möchten.

 Gerne spreche ich von „ermutigendem Begleiten“ [2] von Kindern. Diese besondere pädagogische Haltung beschränkt sich übrigens nicht nur auf die Phase von jungen Kindern, sondern ist eine Lebenseinstellung, die jedem Kind, jedem Jugendlichen und jedem Erwachsenen entgegengebracht werden kann.

 Die folgenden Grundannahmen erklären nicht nur Verhaltensweisen von kleineren Kindern, sondern auch von Schulkindern und Jugendlichen.

(... ... ...)

 

Einkauf mit Paula

 Einkaufen mit der 4-jährigen Paula. Mama seufzt. Aber heute geht es nicht anders. Sie muss mit. Wenn Mama ausreichend Zeit hat und sich ganz auf Paula einlassen kann, klappt es. Heute ist die Zeit knapp. Mama eilt zielstrebig mit dem Einkaufswagen durch die Regalgänge, greift hier etwas, legt dort eine Ware in den Wagen. Paula trippelt hinterher. „Mama, lass mich den Wagen schieben!“ – „Nein. Heute mache ich es selber. Wir haben es eilig!“ Nach einiger Zeit: „Kann ich eine Schokolade haben?“ – „Hm, wenn es sein muss.“ – „Ich will die da!“ Mama wirft einen prüfenden Blick drauf. „Nein, die ist zu teuer.“ – „Warum?“ – „Weil. Komm, nimm die da, in dem grünen Papier. Die ist gut.“ Mama greift die Schokolade, und gerade, als sie diese in den Einkaufswagen legt, beginnt das Geschrei. „Ich will die nicht!“ – Mama schaut verdutzt auf, und als sie Paulas Gesicht sieht, weiß sie, was sie die nächsten Minuten erwartet. Und sie fürchtet es, den Trotzanfall. Und schon geht es los: „Neeeeeeeein! Ich will die rote Schokoladeeeeee!“ – Leute bleiben stehen, schauen, gehen Kopf-schüttelnd weg. Einer sagt: „Der gehört doch mal ordentlich eins…“ Eine andere sagt: „Ach die arme Kleine.“ Keiner sagt: „Ach die arme Mutter.“ Aber denken tun sie: „Na, die Mutter hat ihr Kind aber nicht in der Hand!“

 Paulas Mutter steht neben ihrer Tochter, die mittlerweile zerraufte Haare, ein rotes Gesicht, Rotz unter der Nase hat – und plärrt und plärrt und plärrt. „Ich will die Schokolade! Blöde Mama!“ usw. usf.

 Paulas Mutter versucht, ruhig zu atmen. Schwierig! Sie öffnet ihren Anorak. Sie versucht, nicht auf die anderen Menschen zu schauen. Sie schaut die trotzige Paula an. Kurzzeitig gelingt es ihr, sich in Paula einzufühlen. Sie erhascht: Ein erhabenes Gefühl!

 Was will Paula also? Erhabenheit! Also: Macht.

 Paulas Mutter öffnet den Mund, um etwas zu sagen, aber sie weiß, dass Paula es nicht hören wird.

 Erhabenheit!!

 Eine Königin ist wohl erhaben. Und mächtig.

 Spontan beginnt Paulas Mutter zu applaudieren. Sie nickt Paula wohlwollend zu.[1]

 Zunächst passiert nichts – Paula plärrt und zetert lauthals. Dann, als Paula zufällig zu Mama hinsieht – ein kurzes Innehalten. Paulas Mutter nutzt diesen kurzen Moment: „Majestät? Sie wünschen?“

 Die Luft ist raus.

 Mama hilft der verschwitzten Paula aus dem heißen Anorak, reicht ihr ein Taschentuch. Mutter sagt kein überflüssiges Wort! Jedenfalls gar nichts zum Thema Schokolade und Trotzanfall.

 Nachdem auch Paulas Haare wieder einigermaßen sortiert sind, fragt Paula in normaler Stimmlage: „Darf ich die rote Schokolade haben?“

 Mutter atmet tief ein und aus: „Paula!“ Ganz leise und „wichtig“. Paula schaut sie offen und neugierig an. „Paula. Die rote Schokolade ist eine, die man jemanden als Geschenk mitbringen kann. Die kostet zu viel Geld. Du kannst die grüne oder von mir aus die blaue nehmen.“ Paula schaut, nickt, geht zum Schokoladeregal, schaut die eine, die andere an – und greift zur grünen. Diese legt sie in den Einkaufswagen, Mama nimmt die andere grüne aus dem Einkaufswagen und legt sie zurück ins Regal.

 Der Einkauf verläuft weiterhin ruhig, auch wenn er fünf Minuten länger gedauert hat.

 Mögliche Denk- und Fühlansätze:

 ·        Mutter hatte Stress.

 ·         Paula fühlte sich zu kurz gekommen.

 ·         Paula fühlt sich öfters zu kurz gekommen!

 ·         Paula hatte keine Möglichkeit, beim Einkauf sinnvoll beizutragen.

 ·         Paula sah den einzigen Ausweg aus ihrer Not (sich zu kurz gekommen zu fühlen) darin, aufzufallen und zu trotzen.

 ·         Paula errichtete um sich her eine unsichtbare, unnahbare „Mauer“ der Abwehr, des Kampfes, des Trotzes, des Auffallens.

 ·         Dies war für Paula der einzig mögliche Ausweg aus ihrer momentanen Not – war aber nicht für ihre Entwicklung nötig.

 ·         Mutter ließ sich von Paulas Verhalten nicht in ihrer Fähigkeit als Mutter abwerten, und schon gar nicht in ihrem „Wert als Person“ abwerten. Sie blieb in ihrer, bzw. atmete sich bewusst in ihre Mitte.

 ·         Mama tat das Unerwartete: Sie applaudierte ohne schnippischen, abwertenden Hintergedanken. Sie anerkannte Paulas Bedürfnis, wertgeschätzt zu werden.

 ·         Als Paula die Wertschätzung und Annahme  durch die Mutter bemerkte, konnte ihre „Trutz-Mauer“ in sich zusammenfallen. Paula war wieder ansprechbar, weil sie sich in ihrer Mitte fühlte.

  


[1] Die Mutter aus diesem Beispiel hatte schon Erfahrung in Sachen „Ermutigung“.

 *** 

[1] Die Individualpsychologie wurde von Alfred Adler begründet und von Rudolf Dreikurs weitergeführt und auf die Pädagogik ausgeweitet. Aus ihr geht die „Ermutigungspädagogik“ hervor. Mehr dazu unter www.telosgesellschaft.de

 [2]„Begleiten“ statt „Erziehen“: Ziehen ist in der Ermutigungspädagogik unnötig, wie Sie im weiteren Verlauf lesen werden.

 

 

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 "WUNDER-Punkt, Die Wut auf das Kind als Sprungbrett zu Frieden und Harmonie in der Familie - Ein Ratgeber für Eltern"

BOD, ISBN 9783734752421, EUR 14,95, März 2015

Wir spüren genau, dass wir im Zusammensein mit unseren Kindern auf Ärger, Wut, Schreien, Türen-schlagen, Genervtsein, Heulen... zusteuern, und wissen, dass wir gleich dabei sein werden, pädagogisch nicht sehr gelungen zu handeln. Aber stoppen können wir es nicht. Sind wie einmal von unseren Kindern in unserem wunden Punkt getroffen, wird der Handlungstrichter immer enger und unser Verhalten scheint sich automatisch abzuspulen. 

Erkennen wir die positive Kraft und die heilende Erkenntis, die in diesen anstrengenden und unschönen Augenblicken und Situationen zu finden sind! Erkennen wir das WUNDER, das das Getroffensein im wunden Punkt mit sich bringt. Nutzen wir genau diese Situation, um Verständnis, Frieden und sinnvolles pädagogisches Handeln zu erreichen! Starten wir zum freien Flug im Zusammensein mit unseren Kindern durch die Kraft der Ermutigung. Davon handelt der erste Teil.

Im zweiten Teil werden die Grundzüge dieser pädagogischen  Haltung der Ermutigung (Fachbegriff der Individualpsychologie von Alfred Adler und Rudolf Dreikurs) ganz praktisch beleuchtet.

Mit ganz konkreten Beispielen zu folgenden Themen: Trödeln - Beruf der Mutter - Anziehen - Toilette - Aufräumen - nicht alleine Spielen können - Essen - Regeln nicht einhalten - Geschwisterstreit - und vieles mehr.

Ein sehr praktisches Buch - für alle, die sich auf ein persönliches Kennenlernen einlassen wollen...

 Aus Kritiken:

- "Das Buch habe ich mit großer Faszination gelesen und bereits weiterempfohlen!"

-" Bei manchen Kapiteln erkennt man sich und seinen wunden Punkt sofort wieder, bei manchen Beispielen musste ich auch gleich an Freunde oder Verwandte mit ihren Kindern denken! Manche Infos muss man auch erst mal sacken lassen und die Erkenntnis kommt dann Wochen später! Also eine Lektüre mit Langzeiteffekt und mit Beispielen für die unterschiedlichsten Altersgruppen!"

Was ich Ihnen noch sagen wollte: Vielleicht fällt es schwer, zuzugeben, dass man "Wut" (und andere negative Emotionen) auf sein Kind hat... Tatsächlich gehört dazu wohl schon eine Portion "Mut". Wer diesen ersten Schritt gewagt hat und sich traut, das Buch in die Hand zu nehmen, wird fündig im Buch "WUNDER-Punkt" und bekommt anhand von gut lesbarer Theorie, vielen Beispielen und einer Menge praktischer Übungen Anregungen, das Leben mit seinem Kind freudevoll zu gestalten.

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Inhalt

  Bevor es losgeht…............................................................. 9

Teil 1 – Wunde Punkte und Sprungbrettflüge............... 15

So geht es uns berufstätigen Müttern.............................. 15

Das Verletzungsrisiko steigt!............................................ 17

Warum wunde Punkte so weh tun................................... 20

Wie wir mit unseren wunden Punkten umgehen.............. 34

– Teil 1............................................................................. 34

Warum unsere Kinder uns weh tun wollen....................... 45

Wie wir unsere wunden Punkte als wichtiges Hand-werkszeug im Umgang mit unseren Kindern einsetzen      51

Wie wir mit unseren wunden Punkten umgehen.............. 72

– Teil 2............................................................................. 72

Wunde Punkte anerkennen als das, was sie sind – als sinnvolle Wegweiser, das Verhältnis zwischen Mutter und Kind zu verbessern!................................................................. 86

Mitten drin im wunden Punkt – was tun?......................... 92

Wunde Punkte in Aktion – praktische Beispiele für den Sprungbrettflug             110

Kinder und Zeit – das Thema „Trödeln“................... 112

Kinder und der Beruf der Mutter............................ 127

Rund ums Thema Anziehen.................................... 135

Rund um das Thema „Toilette“............................... 140

Kinder, Ordnung und Aufräumen........................... 149

Zum Spielen jemanden brauchen........................... 156

Essen – wie, was, wie viel – rund um die Ernährung 165

Nicht eingehaltene Regeln..................................... 177

Geschwisterstreit – und Mama mittendrin.............. 190

Aus dem Familienalltag............................................... 201

Mein Kind wird geschlagen..................................... 202

Mein Kind weint, wenn ich es in den Kindergarten bringe               205

Mein Kind wird gehänselt....................................... 208

Mein Kind kommt in die Schule............................... 211

Der Schulweg......................................................... 212

Ist mein jugendliches Kind ein Schulversager?......... 214

Hausaufgaben – für wen?...................................... 215

Mein Kind hat schreckliche Ängste.......................... 218

Mein Kind ist nicht mehr vom Fernseher, PC/Nintendo/iPod wegzubekommen 220

Ausflug: WUNDER-SAMEN. Ein Märchen..................... 222

Teil 2 – Wir fliegen weiter: Ermutigung in Spiralform.... 224

Ermutigung.................................................................... 225

Hier bin ich............................................................. 226

Ermutigung theoretisch.......................................... 229

Ermutigung praktisch.............................................. 231

Mit Ermutigung durchstarten.......................................... 245

Ermutigende Sprache............................................. 246

Leichtigkeit............................................................ 253

Zutrauen................................................................ 256

Weniger ist mehr................................................... 257

Liebe..................................................................... 259

Fragebogen: Ermutigung für Mütter und Väter............... 264

Tabelle (als Beispiel) für die Wecker-Methode, um rechtzeitig in die Schule zu kommen            277

Teil 3 – Gedanken zum Schluss................................... 278

Nachwort....................................................................... 278

Darf ich Sie mal etwas fragen?........................................ 280

Meine Vision für die Mütter, Väter und Kinder dieser Erde... ..                 289

Literaturverzeichnis – Tipps zum Weiterlesen und Vertiefen...                 291

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Auszüge:

 

Wie wir mit unseren wunden Punkten umgehen – Teil 1

 Es ist ja so, dass wir im Alltag oft gar nicht merken, warum eine bestimmte Situation in der Familie, insbesondere mit den Kindern, auf eine kritische, anstrengende, unschöne Entwicklung zusteuert.

 Wir kommen müde und angestrengt, vielleicht auch genervt, von der Arbeit heim, haben auf dem Rückweg noch schnell, gerade rechtzeitig, die Kinder (aus dem Kindergarten, der Mittagsbetreuung, dem Hort …) abgeholt. Die Kinder sind übervoll von Erlebnissen, voll von Geschrei (der Gleichaltrigen), voll von Ärger (über die Lehrerin), voll von Erzählbedürfnis (über das tolle Experiment, das sie heute gemacht haben) – wir kommen heim – die Wohnung sieht aus wie heute früh: Schuhe liegen herum, die Marmelade steht noch auf dem Tisch, die Brösel vom Frühstück sind noch nicht aufgekehrt …

 Es wird schon viel von uns erwartet! Die Arbeit gedanklich Arbeit sein lassen, auf jedes unserer Kinder persönlich eingehen und Ventil für sie sein, gleichzeitig das nötige Programm im Haushalt abwickeln. Wen wundert es, dass wir uns in die Enge getrieben fühlen, dass unser Handlungsspielraum enger wird?

 Hinzu kommt, dass wir uns an manchen „Tagen vor den Tagen“ möglicherweise nicht ganz in unserer Mitte fühlen, weil unsere Hormone verrückt spielen.

 Dann braucht eben nur jemand „ganz aus Versehen“ (unbewusst – aber sehr gezielt!) an meinen blauen Fleck am Schienbein, an meinen wunden Punkt in meiner Seele rühren – und schon gehe ich hoch, verliere ich die Fassung, werde laut, werde aggressiv, würde mich am liebsten in mein Schneckenhaus zurückziehen, will gar meinem Kind körperlich weh tun – je nach persönlicher Art, je nachdem, was ich selber als Kind als „erfolgreich“ erlebt habe, und – wie wir noch sehen werden – je nach dahinterliegender Botschaft.

 Und genau jetzt fängt es an, interessant zu werden!

 Wir haben nämlich die Wahl, uns nicht in diesen unseren Trichter der enger werdenden Möglichkeiten hinein-zubegeben. Wir können anders handeln – wenn wir merken, dass gerade jetzt der Zeitpunkt dafür ist! Wenn wir bemerken, dass wir gerade dabei sind, uns in unsere oft wiederkehrenden Handlungsstrategien (laut werden, aggressiv werden, sich zurückziehen wollen …) hinein-zubegeben, wenn wir merken, dass der Weg vorgegeben scheint (so, wie wir mit dem Autoreifen einfach in eine tiefe Traktorspur hineinrutschen, wenn wir nicht gegenlenken!) – wenn wir achtsam sind und innehalten, dann ist der Anfang gemacht.

 Frau L. sitzt mit ihren drei älteren Kindern (Erstklässler und zwei Kindergartenkinder) beim Mittagessen. Das Baby schläft endlich in seinem Zimmer – es hat wieder einmal lange gedauert, bis es seinen Schlaf gefunden hat. Die beiden Jungs kappeln verbal auf sich ein. Das Mädchen stößt sein Wasserglas um. Frau L. holt das Spültuch, um abzuwischen. Ihr warmes Essen kühlt aus … Bisher hat sie erst wenige Bissen davon gegessen. Das Gezeter der Jungs wird lauter. „Jungs! Seid friedlich!“ Frau L. lauscht nebenher, ob das Baby noch schläft. Die Jungs fangen an, sich zu hauen. „Nun hört doch endlich auf!“ Frau L.s Stimme wird lauter. Die Jungs boxen sich. Frau L. spürt es in sich eng werden. Da sie diese Situationen kennt, weiß sie plötzlich, dass sie jetzt gleich laut schimpfen wird. Gerade als sie Luft holen will, um mit lauter Stimme zu zetern und Strafen anzudrohen, erinnert sie sich, dass sie es doch anders machen will! Mit einem bewussten Seufzer bläst sie ihre Luft wieder aus und versucht, sich innerlich zu entspannen.

 Es geht darum, eine richtige „Diagnose“ zu stellen. Es geht darum zu erkennen, dass wir gerade auf unseren wunden Punkt zusteuern, oder dass er gerade schon gestoßen wurde. Es geht um das Erkennen der momentanen Situation. Innerlich müssen wir sozusagen einen Schritt nach oben, auf die Metaebene, machen, um zu sehen, was sich unten, auf der Ebene des Tuns, abspielt, und um zu spüren, was sich auf der innerseelischen Ebene abspielt.

 Frau L. weiß nun: Immer wenn das Baby endlich schläft und die Jungs laut werden und streiten – und sie noch dazu großen Hunger hat –, wird ihr wunder Punkt gestoßen. Ihre Reaktion ist dann: Schimpfen und Schreien.

 Frau L. weiß jetzt, dass sie in solchen Situationen „in Not“ ist.

 Nicht so wichtig ist, zu erkennen, was der Grund in unserer Kindheit oder späteren Vergangenheit war, dass wir immer dann, wenn … in dieses immer gleiche Verhalten hineingeraten. Das können wir, wenn wir wollen, uns für später aufheben; vielleicht spielt es aber auch gar keine so große Rolle, bis ins Detail aufzudecken, warum und wozu wir diesen und jenen wunden Punkt und die für uns dazu passende Verhaltensweise entwickelten. Manchmal ist es eine Hilfe, im therapeutischen Prozess unter fachkundiger Begleitung zu erkennen, warum wir jetzt leiden. Manchmal ist es hilfreich, unsere teils verzwickte Logik – die facettenreiche Choreographie von einst Erlebtem und nun in diese Erlebnisse hinein Interpretiertem – nachvollziehen zu können.

 Jetzt im Moment genügt es jedoch zu bemerken, dass der „wunde Punkt in Aktion“ tritt: Plötzlich werden das Gefühl, das wir als Kind in vermeintlich ähnlicher Situation erlebten, und unsere damals gewählte Strategie der Vermeidung von Schmerz zu einer Art Maschinerie. „Der wunde Punkt“. Damit meine ich im Weiteren den gesamten Ablauf: Meine Wunde ist getroffen – meine bewährte Vermeidungs-Strategie angelaufen. Alle Rädchen greifen ineinander wie in einer Fabrik.

 Es gilt jetzt zu bemerken, dass die Maschinerie anläuft. Dafür kann ich mich bewusst entscheiden! Ich kann die Wahl treffen: Will ich mich überrollen lassen – wie bisher immer – oder will ich es jetzt anders machen?

 „Ach ja, da ist er ja, mein wunder Punkt.“ Jetzt im Moment geht es darum, zu atmen, tief zu atmen! Das ist oft eine erste Bremse, ein erstes Innehalten (bevor wir in die tiefe Spur zu rutschen beginnen).

 Wie geht das ganz praktisch?

 Von Vorteil ist es, wenn wir, wie bereits beschrieben, uns schon mehrmals in den verschiedenen Situationen beobachtet haben, in denen es „kritisch“ wird. Dann wissen wir, mit welchen körperlichen Signalen sich das Zusteuern auf unseren wunden Punkt andeutet.

 Also: Ich muss meine wunden Punkte in Bezug auf mein Kind, meine Gefahrpunkte, bei denen die bekannte Maschinerie anzulaufen droht, wenn mein wunder Punkt getroffen ist, kennen – oder ahnen. Ich muss dazu auch erkannt haben, welches mein tiefster, darunter liegender Wunsch ist, den ich erfüllt und befriedigt haben möchte, damit es mir gut geht.

 Mögliche Wünsche und Bedürfnisse (unbewusst kreiert im persönlichen Lebensstil) sind vielleicht:

 ©       Wenn ich telefoniere, will ich meine Ruhe haben. (Eventuelles Bedürfnis nach Ruhe, Konzentration, Korrektheit, Vorzeigekindern…)

 ©       Wenn ich sage, dass es jetzt Zeit ist zu gehen, sollen sich die Kinder freiwillig anziehen und fertig machen. (Eventuelles Bedürfnis nach wohlerzogenen Kindern, Korrektheit, Perfektion, Macht …)

 (... ... ...)

 

Wunde Punkte in Aktion – praktische Beispiele für den Sprungbrettflug

 Viele Mütter und Väter haben ähnliche wunde Punkte: Diese sind oft Themen, die mit „Zeit“ zu tun haben, mit „Ordnung und Kleidung“, mit der „Arbeit“ der Mutter oder mit dem „Einhalten von Regeln“. Vielleicht sind das die Themen, die in unserer Gesellschaft als „Prüfungsthemen für erfolgreiche Erziehung“ betrachtet werden … Wenn ich mein Kind in diesen Bereichen „erfolgreich erzogen“ habe, habe ich mein „Diplom“ als „gute Mutter“/„guter Vater“ geschafft. Gesehen und beobachtet werden wir Mütter und Väter ja oft. Sei es im Kindergarten, der Schule, dem Sportverein beim Bringen und Abholen der Kinder, sei es beim Einkaufen, auf dem Spielplatz, beim Spazierengehen, beim Entenfüttern am See … Menschen sehen uns nahezu immer. Die Frage, die allein wir Mütter/Väter für uns beantworten können, ist jedoch die: Gehe ich davon aus, dass uns meine Mitmenschen „kritisch beobachten“ oder dass sie „mitleidig schauen“ oder dass sie einfach „nur da sind und eben zufällig, ohne Bewertung, sehen, was sich bei mir und meinem Kind tut“? Meine ganz persönliche Antwort auf diese Frage kann schon eine große Entspannung bewirken und meine Flugkraft auf dem Sprungbrett erhöhen.

 Letztendlich weiß ich nicht, was die Menschen um mich herum denken. Und auch wenn sie mein mütter-liches/väterliches Handeln kommentieren, ist es meine Entscheidung, mir dies zu Herzen gehen zu lassen, es zur Kenntnis zu nehmen, es als sachliche Hilfe zu interpretieren oder es einfach an mir vorbeirauschen zu lassen. Diese Verantwortung habe ich mir und meinem Kind gegenüber.

 Und – Kinder sind sehr geschickt: Sie suchen sich gerne Situationen aus, in denen ihnen „Publikum“ sicher ist. Das erhöht ihre Stoßkraft und die Verletzung im wunden Punkt kann deutlich vergrößert werden.

 Wenn es mir gelingt, das „Publikum“ außen vor zu lassen, also nicht zu beachten, ist dies schon ein erster Ansatz, um die „Verletzungsgefahr im wunden Punkt“ zu reduzieren.

 Vielleicht sagen Sie jetzt: Leichter gesagt als getan.

 Nein – ganz und gar nicht: Es ist sogar sehr leicht. Allein dadurch, dass Sie sich jetzt bewusst machen, dass es hin und wieder Situationen gibt, in denen Ihr Kind Ihre Mitmenschen als Publikum (miss)braucht, entziehen Sie diesem Aspekt schon Energie. Das nächste Mal werden Sie viel weniger davon betroffen sein, wenn Menschen zuschauen, wie Sie mit Ihrem Kind umgehen, weil Sie sich überlegt haben, dass Sie diesen Aspekt nicht mehr als störend empfinden wollen. Probieren Sie es aus! Irgendwann wird es Ihnen wirklich ganz egal sein, was die Menschen von Ihnen als Mutter/Vater denken … Die innere Ruhe, die Sie dann ausstrahlen, überträgt sich auf Ihre Umgebung – und in der Tat werden davon Ihre Mitmenschen angesteckt. Sie fallen nicht mehr auf, Ihre innere Sicherheit wirkt wie eine „gesunde Ansteckung“ auf Ihre Umgebung. Ihr Kind spürt intuitiv, dass es kein Publikum mehr bekommt, sosehr es sich auch anstrengen mag, weil Sie die Mitmenschen nicht mehr als Publikum anerkennen. Vielleicht probiert Ihr Kind das noch einige Male aus, um sicherzugehen – das ist natürlich eine Zeit lang eine große Bewährungsprobe für Sie und Ihre neu gewonnene Einstellung. Sehen Sie es jedoch als Möglichkeit, Ihre neue Erkenntnis mehr und mehr zu vertiefen, als „Spiel der Möglichkeiten“, dann verlieren diese Situationen ihren Ernst, ihre Tiefe, ihre Stoßkraft. Sie werden sehen: In Kürze lachen Sie über die vergangenen Stresszeiten.

 Selbstverständlich gibt es sehr viele Situationen im Zusammensein mit unseren Kindern, in denen weder das Kind entmutigt noch Ihr wunder Punkt getroffen ist. Auch dann kommt es jedoch manchmal zu Missverständnissen und Konflikten. Das Kind hat auf der Verstandesebene noch nicht verstanden, warum die Sachlage und Notwendigkeit so ist, wie sie ist. Ich als Mutter/Vater habe diese Tatsache nicht genügend berücksichtigt. Der Konflikt wird dann auf einer anderen, nicht so tiefgehenden Ebene ausgetragen. Auch dann helfen viele der folgenden Ideen.

 

Immer geht es darum, sich auf die Ebene des Kindes zu begeben, das Kind zu achten, zu verstehen und zu respektieren – und ebenso die Bedürfnisse der Mutter/des Vaters im Zusammenhang mit den Sachzwängen.

 

 Im Folgenden beschreibe ich ein paar spezielle Themen. Vielleicht erkennen Sie sich wieder – Ihre persönliche Ausdifferenzierung können und sollten Sie selber vor-nehmen. Denn, wie eingangs schon erwähnt, finden Sie hier keine allgemein gültigen Lösungen und Rezepte, sondern nur die Ansätze dazu.

 Kinder und Zeit – das Thema „Trödeln“

 Frau P. will abends mit ihrem Mann ausgehen. Die Babysitterin, eine Jugendliche aus der Nachbarschaft, ist für 19.00 Uhr bestellt. Sie soll die fünfjährige Margarete bettfertig vorfinden, ihr dann noch etwas vorlesen und sie anschließend nur noch ins Bett bringen müssen.

 Das Abendessen hat noch gut geklappt: Margarete hat ihr Butterbrot gegessen und ist auch brav ins Bad geflitzt, um sich den Schlafanzug anzuziehen und die Zähne zu putzen. Das kann sie gut alleine und macht es normalerweise gerne. Heute ist anscheinend nicht „normalerweise“. Während Frau P. sich die schöne Bluse anzieht und mit etwas Make-up ihr Gesicht verschönern will, greift sich Margarete ein Bilderbuch, das im Kinder-Bücherregal steht, und „liest“ … Erst nach einer Weile entdeckt die beschäftigte Frau P., dass Margarete noch in Kleidern auf dem Boden sitzt und ein Bilderbuch anschaut. „Margarete! Was ist denn los?! In fünf Minuten kommt Nadine! Ich muss jetzt gleich gehen. Papa wartet im Restaurant auf mich.“ – „Ja-a. Gleich.“ Margaretes Stimmchen flötet abwesend. Ganz vertieft ist sie in ihr Bilderbuch. Frau P. geht ins Schlafzimmer, um ihren Blazer aus dem Schrank zu holen. Im großen Spiegel wirft sie einen Blick auf ihr Spiegelbild. Fast gut … Wie wäre es mit der edlen Halskette? Die liegt im Bad in der kleinen Schatulle.

 Hier sitzt ja immer noch Margarete auf dem Boden! „Margarete!“ Frau P. weiß nicht, ob sie ärgerlich werden oder sich freuen soll, dass Margarete endlich einmal so vertieft ein Bilderbuch anschaut.

 Kinder haben, wenn sie jung sind, kein Zeitgefühl. Wie schön! Für sie besteht das Leben aus einem einzigen großen „Jetzt“. Jetzt entdecken sie als Krabbelkinder die Schublade und öffnen und schließen sie mit Ausdauer. Jetzt sind sie als Kindergarten- und junge Schulkinder ins Spiel mit Bauklötzen und Legos versunken und vergessen alles rings um sich her.

 Wie unpraktisch und überhaupt nicht in ihr momentanes Weltbild passend kommt dann die Mutter daher und verkündet, dass wir „jetzt“ gehen müssen (zum Kindergarten, zum Einkaufen, zur Flötenstunde …). Ach, das gibt es ja auch noch, denkt das Kind vielleicht. In ihrer belebten Umwelt wollen aber gerade jetzt die Playmobil-Ritter die Burg erobern oder die Stofftiere noch vom Tierarzt versorgt werden. Den Unterschied zwischen „realer Notwendigkeit“ und „spielerischer Notwendigkeit“ verstehen sie (je nach Alter) überhaupt nicht oder momentan nicht – oder sie wollen ihn nicht verstehen. Sie sind wie in eine andere Welt abgetaucht. Dass sie „nur“ spielen, ist ihnen (zeitweise oder altersgemäß noch) gar nicht klar. Sie spielen – sie leben. Spiel ist Leben ist echt. Und muss jetzt eben beendet werden.

 Die echte, reale Welt existiert parallel dazu. Sie ist (je nach Entwicklungsstand des Kindes) genauso echt für die Kinder. Vorrang hat aber in diesem Moment das Spiel. (Dass sie in ihrem Spiel lebenswichtige Aspekte für ihre Zukunft erproben, ist ihnen egal. Uns Müttern, denen die Entwicklung unseres Kindes am Herzen liegt, kann dies vielleicht ein kleiner Trost sein.) Dann kommt das Kind eben nicht in die Garderobe und zieht sich an, sondern spielt – je nach Charakter und unbewusster Zielsetzung – in Ruhe weiter, hört nicht auf unser Nörgeln und Ermahnen, trödelt herum, oder es kommt in die Garderobe, aber hampelt hin und her, statt sich anzuziehen, oder es mault mich an … Sie kennen das vielleicht.

 Für uns Mütter und Väter existiert die reale Welt.

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 "Wir bekommen ein Baby! Und wo bleibe ich? Geschwisterkinder ermutigend auf die Geburt des Säuglings vorbereiten."

BOD, ISBN  978-3741271328, 112 Seiten,  € 9.99,  Nov. 2016

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Bevor Sie anfangen… Vorwort. 7

 1        Wir bekommen ein Baby – „Ermutigung” hilft dem großen Geschwister 9

 1.1        Sicherheit für das große Geschwister – den Knoten am Mobile fester knüpfen   10

 1.2        Ich werde ein großes Geschwister – So sagen wir es unserem Kind. 11

 1.3        Mamas Bauch wird aber dick – ich spür` dich schon – die Schwangerschaft 17

 1.4        Das „große“ Kind miteinbeziehen – die Vorbereitungen laufen an   25

2        Die Geburt – mit „Mut“ für alle. 28

 3        Geboren! – Das Mobile „Familie“ wird justiert. 36

 4        Alltag mit dem Neugeborenen – „Ermutigung“ knüpft die Mobile-Knoten fest 43

 5        Das Baby wird beweglich – Als Eltern „ermutigend“ aktiv bleiben! 51

 6        Wenn der Sturmwind bläst – „Entmutigung“ bringt das Mobile zum Wackeln   63

 6.1        Mama braucht viel Zeit für das Baby. 64

 6.2        Dann muss ich mir was anderes überlegen...! – Ausweichhandlungen des „entmutigten“ älteren Kindes 73

 7        Wie Eltern helfen können – „Ermutigung“ für notleidende Geschwister 83

 8        Aus der Ermutigungs-Kiste – Hilfen für Eltern und Kinder 88

 9        Wenn das „ältere“ Geschwister sehr jung ist. 102

 10      Das erste Jahr ist schon vorbei 105

 11      Ausblick - Familie als Einheit. 109

 12      Bücher von Veronika Seiler. 111

 

Auszüge:

 

Bevor Sie anfangen… Vorwort

 Es ist wunderschön, ein Kind zu haben.

 Es ist auch wunderschön, zwei oder mehrere Kinder zu haben.

 Manchmal ist es auch sehr anstrengend. Vor allem in der Zeit, wenn ein zweites oder weiteres Kind geboren wird.

 Es ist anstrengend, weil der Säugling uns viel Kraft kostet. Und es ist anstrengend, weil das ältere Kind plötzlich wieder viel Aufmerksamkeit fordert.

 Wir Eltern wollen, dass es allen in der Familie gut geht!

 Wie wir das machen können, erzählt dieses kleine Buch: Nämlich die älteren Kinder in Freude, Verständnis und Gleichwertigkeit und mit dem positiven Glauben an das Kind mit in die Schwangerschaft und die erste Zeit mit dem Säugling einzubeziehen.

 Als Mutter von vier Kindern, Kinderhausleiterin und Individualpsychologische Beraterin habe ich mein Wissen und meine Erfahrungen in dieses Buch einfließen lassen. Dank an dieser Stelle meinen Eltern, von denen ich Ermutigung praktisch und theoretisch gelernt habe!

 Lassen Sie sich von diesem Büchlein inspirieren, Ihren ganz individuellen, verständnisvollen Weg mit Ihren jungen Kindern in Mut und mit Vertrauen zu gehen und so allen Menschen in Ihrer Familie zu zeigen: „Ich habe dich lieb, gerade so, wie du bist! Du gehörst dazu!“

 Es könnte sein, dass Ihnen der Umgang mit Kindern, so wie ich ihn beschreibe, sehr feinfühlig, zu behutsam und für Kinder möglicherweise nicht passend erscheint. Mög-licherweise haben Sie Sorge, Ihre Kinder tun dann nicht mehr, was Sie wollen, oder „was Sache ist“.

 Vielleicht mögen Sie sich trotz Ihrer eventuellen Zweifel probehalber darauf einlassen! Und haben Sie keine Sorge: Die Kinder werden mit großer Wahrscheinlichkeit trotzdem – oder gerade deshalb – Ihre Autorität anerkennen. Weil Sie sich gleichwertig angenommen fühlen…

 Das Büchlein ist ganz bewusst kurz gefasst, denn viel Zeit haben wir Eltern ja meist nicht… Es dauert nur wenige Stunden, es zu lesen – und kann Wunder bewirken. Das Wunder der Ermutigung. „Ermutigung“ ist das Hand-werkszeug der Telos®-Ermutigungspädagogik, deren Grund-lage die Individualpsychologie ist. „Ermutigung“ tut nicht nur Familien in besonderen Situationen (wie die Geburt eines Geschwisters sie darstellt) gut, sondern allen Kindern und Menschen jeden Alters.

 Mein Wissen und meine Erfahrung als „Ermutigungs-pädagogin“ gebe ich Eltern, PädagogInnen und LehrerInnen in der Weiterbildung „Telos®-Ermutigungspädagogik“ in der Telos®-Akademie weiter. (www.telosgesellschaft.de)

 Vielleicht haben Sie dieses Buch zu einer Zeit in die Hand bekommen, als das junge Kind schon geboren ist: Dann lesen Sie die ersten Kapitel zur Information. Trauen Sie sich, den „Zeitplan“ umzuwerfen und die Anregungen Ihren Bedürfnissen und Ihrer Familie anzupassen.

 Viel Freude miteinander!

 Veronika Seiler

 

1  Wir bekommen ein Baby -  „Ermutigung” hilft dem großen Geschwister

 Da ist eine Familie. Vater, Mutter, ein oder mehrere Kinder. Alles läuft so weit ganz gut. Alles hat sich mehr oder weniger eingespielt.

 Und dann sind „wir“ wieder schwanger. Wenn wir schon mindestens zwei Kinder haben, erinnern wir Eltern uns daran, dass die kommende Zeit für die älteren Geschwister und uns Eltern eine besondere Zeit werden wird. Wenn wir bisher ein Kind haben, ahnen wir es....

 Wir wissen oder ahnen Dinge, die unserem jungen Kind vollkommen neu und unbekannt sind. Wir sprechen von Dingen, die unser älteres Kind noch nie gehört hat. Es schwirren Gefühle, Ängste, Freuden in der Familie herum – die unser älteres Kind mit all seinen Sinnen spürt.

 All dies kann (!) vom Kind wie ein Hindernis erlebt werden, das das natürliche Wachstum bremst. Es kann dies als Verunsicherung, als sogenannte „Entmutigung“ im Sinne der Telos®-Ermutigungspädagogik erfahren. Das Kind kann sich irritiert fühlen. Was zur Folge hat, dass das Kind mit übermäßiger Eifersucht oder mit extremen Auffälligkeiten reagiert.[1] Sind wir allerdings aufmerksam und achten schon in der Zeit der beginnenden Schwangerschaft die Reaktionen unseres Kindes, dann können wir mit ihm die Geburt seines Geschwisters in Freude und Zuversicht erwarten. Und die erste Zeit mit dem Baby harmonisch erleben.

 

1.1        Sicherheit für das große Geschwister – den Knoten am Mobile fester knüpfen

 Es gibt einige Hilfsmittel für uns Eltern, die es dem oder den älteren Geschwistern erleichtern, sich auf das neue Geschwister positiv einzustellen.

 Einige Eltern sagen im Nachhinein: „Mein Großes war nie eifersüchtig!“ Schön! Das perfekte Zeichen, dass Sie es richtig gemacht haben. „Perfekte Erziehung“ hat stattgefunden – oder?

 Eifersucht ist jedoch ein gutes Zeichen! Zeigt es doch, dass es unserem Großen wichtig ist, zu uns zu gehören, dass es seinen Platz in der Familie verteidigen will.

 So geht es also in diesem Buch nicht darum, Eifersucht zu vermeiden. Vielmehr werden in diesem Buch Dinge gezeigt, die helfen, dass das Kind sieht, spürt und vor allem selber glaubt, dass es uns Eltern so, wie es gerade ist, wichtig, wertvoll und liebenswert ist! Die Eifersucht kann dann kommen – oder auch nicht – sie zieht dem großen Kind und uns selber aber nicht die Füße unter dem Familien-Boden weg.

 Dazu ist es wichtig, dass wir unser Kind so gut wie möglich versehen und mit allen Sinnen spüren, was in ihm vorgeht: Um zu verstehen, welches Handeln einen unsichtbaren, weil unbewussten Auslöser hat. Auch unser elterliches Handeln können wir auf diese Weise unter die Lupe nehmen.

 Als Eltern haben wir alle das Anliegen: Unsere Kinder lieb haben. Wir können jederzeit neu anfangen und uns (!) und unsere Kinder in Liebe annehmen!

  


[1] Wer sich ausführlicher mit der Telos®-Ermutigungspädagogik befassen möchte, dem empfehle ich meine bisherigen Bücher „WUNDER-Punkt“ und „Die Trotzphase gibt es nicht“.

 

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 Rücksicht nehmen

 Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto dicker wird der Bauch. Für manche Kinder kommt nun wirklich die Zeit, in der sie zum ersten Mal Rücksicht auf das Baby nehmen müssen:

 „Liebes Kind, ich kann dich leider nicht mehr so gut hoch nehmen und so lange tragen! Mein Rücken tut mir sonst arg weh, weil er schon das kleine Baby im Bauch trägt.“

 Wie gemein! Gemein? Vielleicht. Mehr aber auch eine Chance, groß zu werden.

 So können Sie es Ihrem Kind sagen:

 „Du bist nun schon so groß, dass du gut noch ein kleines Stückchen laufen kannst! Ich sehe es dir an der Nasenspitze an.“ –

 „Guck mal, wenn du hier und da auftrittst, kannst du schon ganz alleine in den Autokindersitz klettern. Prima! Du bist schon ein großes, selbständiges Kind!“ -

 „Schön, dass Papa heute Zeit hat zum Mitgehen. Papa trägt dich vielleicht noch ein kleines Stück, oder?“

 Auf Mamas Schoß ist bald kein Platz mehr für das Große, oder nur noch ein kleiner. Da „sitzt“ nämlich schon das Baby.

 So können Sie es Ihrem Kind sagen:

 „Wenn du dich ein bisschen klein machst, habt ihr beide Platz. Ich bin froh, dass du gut Obacht gibst. Das Baby im Bauch ist ja noch ziemlich klein und empfindlich!“

 Jetzt kann das Große üben, Rücksicht zu nehmen, etwas zurück zu stehen, hilfreich beizustehen. Ermutigen Sie es! Mag seine Unterstützung auch noch so winzig sein! Sagen Sie:

 „Ich freue mich schon, wenn unser Baby da ist. Ich merke schon jetzt, was für ein tüchtiges, liebes und vorsichtiges Geschwister du bist!“

 Dies sind Sätze, die sich unbewusst einprägen. Das Kind hört „Ich bin hilfreich! Mein Beitrag (in diesem Falle: zurückzustecken) wird bemerkt und ist willkommen.“ Das Kind fühlt sich angenommen – das ist es, was es als „mutiges“ Kind will. Darauf wird es, wenn das Baby geboren ist, zurückgreifen: Sein helfendes Verhalten wiederholen.

 Bei ganz jungen Kindern stellt sich das Thema vielleicht ein bisschen anders dar, weil sie noch kleiner und leichter sind – für beide (Kind im Bauch, Kind auf dem Schoß) ist Platz.

 So können Sie es auch ganz jungen Kindern sagen, wenn das junge Kind am Schoß Ihnen zu viel ist: Lenken Sie Ihr Einjähriges ab, indem Sie ihm und dem Baby im Bauch ein Lied vorsingen, einen kleinen Reim aufsagen, spontan einen Zweizeiler dichten. Dabei können Sie die eine Hand auf Ihr Kind neben sich, die andere Hand auf Ihr Kind in Ihrem Bauch legen.

 Achten Sie auf die ständig zunehmende Selbständigkeit Ihres Ein-Jährigen! Heute kann es möglicherweise einen weiteren Handgriff oder Schritt tun, der Sie entlastet, zu dem es gestern noch nicht in der Lage war. Gehen Sie immer wieder in die „Beobachter-Position“: Überprüfen Sie wiederholt Ihre eigenen routinierten Handgriffe und ändern Sie diese, sobald das Kind eine kleine Bewegung hinzugelernt hat! Beim Wickeln, beim Hineinsetzen in den Autositz/Kinderwagen, beim Anziehen, …

 Säuglinge besuchen

 Für alle werdenden Geschwister, vor allem aber für die ganz jungen, ist es eine große Hilfe, wenn sie Säuglinge sehen oder gar mit ihnen Kontakt aufnehmen können. Beim Abholen in der Krippe kann sich eine solche Gelegenheit bieten: Fragen Sie Mutter und älteres Geschwister eines „Frischlings“, ob Sie in den Kinderwagen schauen dürfen. Beziehen Sie Ihr „großes“ Kind mit ein: Nehmen Sie es auf den Arm oder gehen Sie in die Hocke auf seine Augenhöhe. Gehen Sie gemeinsam dem Wunder des neuen Lebens nach. Sprechen Sie leise aus, was Sie sehen:

 „Das Baby ist noch ganz klein! Es schläft noch ganz viel. Schau mal, wie winzig seine Händchen sind.“

 „Oh! Das Baby weint aber laut! Es kann noch kein Wort sagen: Ich glaube, es will zu seiner Mama/ hat Hunger…“

 Dann wenden Sie sich Ihrem Bauch zu: „Unser Baby wird auch so klein sein.“ Berühren Sie dabei Ihren Bauch.

 Vielleicht bietet sich auch die Gelegenheit, eine Familie mit Neugeborenem zu besuchen. Wenn möglich, nehmen Sie das winzige Baby in den Arm, wenn Sie es dürfen. Sprechen Sie dazu leise aus, was Sie tun: „Ich nehme das kleine Baby ganz vorsichtig. Ich halte seinen Kopf. Jetzt liegt es ganz geborgen in meinem Arm.“ Dann wenden Sie sich Ihrem Kind zu: „Möchtest Du es auch einmal ganz vorsichtig streicheln?“ Führen Sie dabei – je nach Alter Ihres Kindes – unbedingt behutsam die Hand Ihres Kindes! Über Ihre Bewegungen erfährt es im Tun, wie man ein so junges Kind vorsichtig streichelt (eventuell am durch die Kleidung gut geschützten Bein oder Fuß des Säuglings).

 Möglicherweise merken Sie, dass Ihr Kind eifersüchtig wird: Vielleicht möchte es jetzt selber auf Ihren Schoß. Vielleicht versucht es, den Säugling weg zu schubsen. Vielleicht schreit es laut nach Aufmerksamkeit. Bemerken und benennen Sie dies. „Möchtest du, dass ich das Baby zurücklege? Das kann ich machen.“ Während Sie den Säugling seiner Mutter zurückgeben, wenden Sie sich Ihrem Kind zu: „Jetzt kann die Mama sich gut um das Baby kümmern. Und du kommst zu mir!“ Während Sie Ihr Kind liebevoll schmusen, sagen Sie leise: „Das kleine Baby braucht seine Mama. Unser Baby braucht auch seine Mama. Ich bin seine Mama. – Und ich bin auch deine Mama. Ich hab euch beide lieb.“

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  Aus Kritiken zu ersten Auflage (von 2012):

"... Dieses Buch hat mir neuen Mut gemacht...."

" ... Gute Tipps wie man das ältere Geschwisterkind auf die Geburt vorbereiten kann. ... werden die verschiedenen "Gesichter" von Eifersucht aufgezeigt. ... Der Abstand zwischen meinen Sohn und meiner Tochter beträgt 19 Monate."

 "... bin voll und ganz zufrieden..."

"... Man kann sich viele Tricks abschauen, wie man den Großen integrieren kann und wird gleich davor gewarnt, , sich nicht zu viel Euphorie für den Neuzuwachs vom Großen zu erwarten. Das fand ich wichtig!"

"... Ein bisschen Angst macht es mir schon, wenn ich daran danke, dass ich bald zwei Kinder habe und eines, meistens das ältere, dadurch vernachlässigt wird. In diesem Buch gibt es aber hilfreiche Tipps."

"... Das Buch enthält einige hilfreiche Tipps, die ich bereits erfolgreich ausprobiert habe."

" Das Buch ist gut zum Lesen und sehr gut beschrieben. Als Ratgeber ist dieses Buch sehr zu empfehlen, es trifft vieles zu."

"... Das beste Geschwisterbuch überhaupt."

Veronika Seiler    Utting am Ammersee, veronika-seiler@web.de 08806/95233